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Kommentar zu: “Schüler-Studie: Muslime sind Fundamentalisten!”

Am 11.01.2018 veröffentlichte „focus.de“ einen Artikel mit dem Titel: Scharia besser als deutsche Gesetze? Experte erklärt alarmierende Schüler-Studie

Der Kriminologe Christian Pfeiffer und sein Team haben eine Studie zur Kriminalität vorgelegt. Bis jetzt fanden vor allem die Teilergebnisse zur Flüchtlingskriminalität Beachtung. Aber das ist nicht das einzige kontroverse Thema, das die Arbeit anspricht. Auch die Befragung muslimischer Schüler in Niedersachsen birgt Sprengstoff…….. [Mehr lesen]

Kommentar von Realität Islam:

In Niedersachsen wurde eine Schüler-Studie zu islamrelevanten Themen durchgeführt. Hierzu ein konkretes Beispiel aus der Studie: „Die islamischen Gesetze der Scharia, nach denen zum Beispiel Ehebruch oder Homosexualität hart bestraft werden, sind viel besser als die deutschen Gesetze.“. Anhand dessen, wie sehr die Schüler solche Aussagen befürworteten, wurden dann Rückschlüsse gezogen, wie sehr „fundamentalistisches“ Gedankengut unter den Schülern verbreitet sei. Gut, die Studie war mit nur ca. 250 muslimischen Schülern, die daran teilnahmen nicht wirklich aussagekräftig, dennoch genügten die ausgewerteten Zahlen, um medial für Aufruhr zur Sorgen.
Doch was bezweckt man eigentlich mit einer solcher Studie?
Dazu drei Punkte: Also erstmal zwingt man die Muslime damit in Schubladen. Denn entweder man distanziert sich von der Scharia und dem Wahrheitsanspruch der eigenen islamischen Überzeugung, oder man ist schon mal direkt ein Fundamentalist. Eine andere Option lassen uns die Behörden hier offensichtlich leider nicht.

Zweitens: Die Rolle der staatlichen Präventionsarbeit wird dadurch medial gestärkt. So meldeten sich als erste die sogenannten Präventionsarbeiter zu Wort, um die Studie als Begründung für die angebliche Wichtigkeit ihrer Arbeit zu benutzen und um ihre fragwürdigen Ansichten zu verbreiten. Die Studie ist also willkommene Publicity für die staatlichen Programme.

Drittens: Die Gesellschaft bekommt Futter für ihren „Problemfall Muslim“ und die Integrationsdebatte wird weiter angeheizt. Wie das funktioniert? Tja, die Studie besagt, dass ungefähr fünf muslimische Schüler irgendwo in Niedersachsen angekreuzt hätten, dass sie den IS oder Terroranschläge irgendwie befürworten. Doch wie wirkt das in der öffentlichen Wahrnehmung? Na klar, Islam = Terrorismus = Bedrohung. Oder anders gesagt: Die Muslime sind ein Sicherheitsproblem.
Soviel zu den Zielen und der Wirkung dieser Studie. Der Islam wird also mit Kriminalität in Verbindung gebracht, womit ohne Zweifel öffentlicher Druck auf Muslime erzeugt wird. Gleichzeitig werden natürliche Verhaltensweisen von Muslimen und allgemeine islamische Symbole wie das Glaubensbekenntnis, das Siegel des Propheten, der Ausruf des Takbir und vieles mehr als Merkmale und Wahrzeichen eines „radikalen Islam“ diffamiert.

Doch kommen wir nun zu den Behauptungen die uns Muslimen wegen einer solchen Studie um die Ohren geworfen werden.
So nimmt Präventionsarbeiter Thomas Mücke (VPN) die Studie zum Anlass für folgende Behauptung: Die Jugendlichen sollen begreifen, „dass Religion Teil ihrer Identität sein kann, aber nicht die einzige Quelle dafür“. Also erstmal: Wieso nicht? Wo ist das Problem, wenn Muslime sich über den Islam definieren? Ist das denn nicht nur natürlich? Und wer ist überhaupt Thomas Mücke, dass er hier die Definition für Identität aufstellt und bestimmen will, was geht und was nicht geht?

Und außerdem: Wenn nicht nur der Islam, was soll denn noch konkret für uns identitätsstiftend sein? Etwa die verdorbenen Ideen des Kapitalismus?

Ihr seht geehrte Muslime, die Studie ist nur ein weiterer Teil einer Agenda, die das Ziel verfolgt, auf Muslime Druck auszuüben, um die islamische Identität zu zerstören und damit die Assimilation der Muslime durchzusetzen.
Deshalb raten wir den muslimischen Eltern und Schülern ganz deutlich: Sollten an euren Schulen solche Umfragen durchgeführt werden, so verweigert entschieden die Teilnahme daran. Nicht mit uns!

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