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Kommentar zu: Grundschuldirektorin klagt: Islam ist schuld an Problemen!

Am 05.11.2017 veröffentlichte „welt.de“ einen Artikel mit dem Titel: „Sprachschwierigkeiten, schlimmste soziale Verhältnisse“

Der Frankfurter Stadtteil Griesheim ist sozialer Brennpunkt, seit ich mich erinnern kann. Zwischen S-Bahn, Ausfallstraße und Gewerbegebiet verkommen hier langsam die ehemaligen Werkswohnungen der kleinen Bahnbeamten. Unser Schulgebäude, die Berthold-Otto-Grundschule, verfällt mit ihnen. In unseren Klassen haben wir 90 bis 100 Prozent Kinder mit Migrationshintergrund. Das Deutsch dieser Kinder reicht meist kaum für ein vernünftiges Unterrichtsgespräch……. [Mehr lesen]

Kommentar von Realität Islam:

Eine frustrierte Grundschuldirektorin macht ihrem Ärger öffentlich Luft. Ihre Kritikpunkte: Ein hoher Schüleranteil mit Migrationshintergrund aus sozialschwachen Familien, schlechte Deutschkenntnisse und eine Kommunalpolitik, welche die Schule aufgegeben hätte.

Soweit erstmal nachvollziehbare Problemfelder, die den Unmut der Direktorin rechtfertigen. Doch wer ist für sie plötzlich schuld an der Misere? Wie könnte es anders sein – natürlich der Islam!
Die Direktorin Ingrid König dazu wörtlich: „Und meiner Meinung nach haben diese Entwicklungen schon etwas mit der Radikalisierung des Islam zu tun, mit einer Abschottung gegenüber unserer Gesellschaft. Wir müssen vollverschleierte Mütter daran hindern, auf dem Schulhof fremde Kinder zu agitieren. Viele Kinder werden von zu Hause weder zum Lernen angehalten noch dazu, den Lehrer zu respektieren, der der Klasse etwas zu erklären versucht.“.

Und an dieser Stelle bedient die Direktorin ganz klar ein rechtspopulistisches Narrativ, welches darin besteht, den Islam und die Muslime als Sündenbock und Ursache allen Übels abzustempeln. Zunächst einmal ist uns als ortskundigen Muslimen nicht bekannt, dass die Muslime aus dem Stadtteil Griesheim ein besonders Merkmal besäßen, welches sie von den anderen Muslimen der Stadt Frankfurt in irgendeiner Weise unterscheidet. Außerdem stellt sich uns die Frage, was mit einer angeblichen „Radikalisierung des Islam“ gemeint sein soll und wodurch diese erkennbar sei? Der Islam und die Scharia leiten die Gläubigen weder dazu an, sich der deutschen Sprache zu verschließen, noch sich dem Lernen zu verweigern, geschweige denn respektlos gegenüber Lehrkräften und anderen Menschen aufzutreten. Woher also diese Verknüpfung zwischen Islam und den Problemen im Schulalltag?

Dazu kommt die unsachliche und hetzerische Darstellung der Direktorin, dass „vollverschleierte Mütter Kinder agitieren“ würden. Also erstens: Was spielt es für eine Rolle ob eine verschleierte oder eine unverschleierte Mutter die Schule besucht und mit den Kindern spricht? Diese Hervorhebung der Direktorin zeigt, dass sie offensichtlich ein Problem mit der islamischen Bekleidung an sich hat und dieser ablehnend gegenübersteht. Und zweitens: Ohne den genauen Fall zu kennen, aber rein rational gefragt: Zu was sollen bitte Grundschüler, also Kinder zwischen 6-10, agitiert werden? Agitieren bedeutet, Menschen durch Hetze für politische Ziele zu gewinnen. Für welche Ziele soll eine Mutter –sei sie nun verschleiert oder nicht- denn bitte Kinder in diesem Alter gewinnen wollen? Etwa, dass die muslimischen Kinder kein Schwein essen sollen? Subhanallah!

Dies zeigt, die einzige die hier durch ihren Artikel Menschen zu agitieren versucht, ist die Direktorin selbst! Denn ihre Ausführungen lassen nur einen Schluss zu: Die Muslime sind das Problem, also müssen die Muslime weg oder ent-islamisiert werden! Das pauschal und undifferenziert mit einer angeblichen „Radikalisierung“ zu rechtfertigen, ist da nur ein allzu billiges Mittel.

Deswegen unser Appell an Frau Ingrid König: Sie haben in einem Punkt recht: Es existiert ein funktionierender Staat, der diese Probleme durch z.B. Personal- und Mitteleinsatz lösen kann, dem aber nur unzureichend nachzukommen scheint. Kritik berechtigt.

Ihr Versuch, die Griesheimer Verhältnisse als Islam-Problem zu verkaufen, dem man, wie sie behaupten, didaktisch nicht mehr beikommen könne, zeigt, dass sie resigniert haben und nicht bereit sind, sich den Herausforderungen zu stellen. Dass Sie sich nach 20 Jahren im Lehrbetrieb die angeblich „gute alte Zeit“ zurückwünschen, ist ein regressiver Gedanke, mit dem sich keine Schule führen lässt. Weder in Griesheim noch sonst irgendwo.

Die Veränderung muss bei ihnen selbst beginnen! Dazu gehört, dass Sie die Verhältnisse, so wie sie sind annehmen und den Problemen lösungsorientiert, kreativ und zuversichtlich begegnen. Des Weiteren sollten Sie ihr fragwürdiges Integrationsverständnis, sowie ihren Blick auf die Muslime dringend überdenken.

Rechtspopulistisches Rumgeheule ala „die Muslime sind schuld“ und „früher war alles besser“ disqualifiziert Sie jedenfalls für ihre Position.

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