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Kommentar zu: Aus Wahn wird Furcht, aus Furcht Hass!

Am 30.11.2017 veröffentlichte „tagesspiegel.de“ einen Artikel mit dem Titel: Wenn aus Wahn Angst wird

Die Deutschen entwickeln sich zu religiösen Analphabeten. Die Zahl der Mitgliedschaften in Kirchen nimmt stetig ab. Vielerorts fehlt das Grundwissen über christliche Traditionen. Nur ein Viertel der Bevölkerung sagt, dass ihr Glaube sie als Person definiere. Zum Vergleich: In Indien sind es 70 Prozent, in Südafrika 66 Prozent…….. [Mehr lesen]

Kommentar von Realität Islam:

Eine kürzlich veröffentlichte Studie aus Amerika rechnete vor: Die Zahl der Muslime in Deutschland soll bis zum Jahr 2050 von sechs auf elf Prozent anwachsen. Diese Hochrechnung rief natürlich heftige Reaktionen hervor, die besonders im Netz von purem Hass gegenüber dem Islam und uns Muslimen gekennzeichnet waren. Das zeigt, dass Islamhetze längst nicht mehr einer rechtsgesinnten Minderheit zuzuschreiben ist, sondern schon längst einen wesentlichen Teil in der Mitte der Gesellschaft ausmacht.

Die Hemmschwelle uns Muslimen in aller Öffentlichkeit Vertreibung, Deportation oder gar den Tod zu wünschen ist längst gefallen und einstige Tabus gehören längst der Vergangenheit an. „Political Correctness“ gilt bei vielen als geradezu lächerliche Idee und selbst übelste Beleidigungen und Schimpfwörter auf uns Muslime und dem Islam werden als „legitime Islamkritik“ abgetan.

Der Tagesspiegel-Redakteur Malte Lehming betreibt Ursachenforschung und sagt dazu folgendes: „Die Rede ist von „schleichender Islamisierung“, von „Invasion“, von einer „Herrschaft des Halbmondes“. Da schwingt die Überzeugung mit, nicht allein das niedrige Durchschnittsalter der hier lebenden Muslime und die höhere Geburtenrate seien für ihre Ausbreitung verantwortlich, sondern auch finstere, böse Kräfte. Aus Wahn wird Furcht, aus Furcht Hass.“

Lehming macht dafür das „entchristlichte Deutschland“ verantwortlich. Er meint damit, dass dadurch, dass die meisten Deutschen über keine „religiöse“ Identität mehr verfügen, sie eine solche Identität als besonders fremd, bedrohlich und damit bekämpfenswert empfinden. Die europa-typische Darstellung, den Säkularismus als einzig annehmbare Weltanschauung darzustellen, mag sicherlich ihren Teil zum Islamhass beitragen, das ist richtig. Aber die Minderheitenpolitik, welche Deutschland seit der Merkel-Ära und dem damit eingeläuteten Ende von Multi-Kulti fährt, ist da noch viel mehr zu nennen. Denn wer das friedliche nebeneinanderleben beendet, beschwört damit unweigerlich den Identitätskampf hervor. Denn wenn „nebeneinander“ keine Option mehr sein soll fürs Volk, welche Möglichkeit bleibt den Bürgern noch?

Plötzlich dreht sich alles um ein „mit uns oder gegen uns“. Die Deutschen spalten sich anhand der Islamfrage. Man zwingt die Menschen förmlich, sich zu positionieren und eine Seite zu wählen. Die Folgen für uns Muslime: Entweder die bedingungslose Anpassung und die vollständige Aufgabe unserer islamischen Lebensweise – oder, sofern wir am Islam festhalten- die Gewissheit, mit dem Druck hier leben zu müssen, als angebliche „Extremisten“ gebrandmarkt zu werden und –ja- schon fast wie Feinde behandelt zu werden. Wer nicht ins –noch nicht einmal klar definierte- Bild der Gesellschaft passt, der wird öffentlich geächtet und zur „unerwünschten Person“. Na danke dafür!

Das angebliche Ende von Multi-Kulti ist der eigentliche Grund für Rechtspopulismus und gesellschaftliche Spannungen! Das muss uns bewusst sein und deshalb dürfen wir dem Druck nicht nachgeben. Möge Allah (t) uns beistehen!

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