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Kommentar: Hass im Namen der Religion – Podiumsdiskussion über Islam

Am 27.06.2016 veröffentlichte „allgemeine-zeitung.de“ den Artikel mit dem Titel: Hass im Namen der Religion: Podiumsdiskussion über Islam

Irfan Peci kam in den 90er-Jahren als Flüchtling vom Balkan nach Deutschland, ging in der Oberpfalz auf eine katholische Schule – und suchte bald nach dem Sinn des Lebens. [Mehr lesen]

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Kommentar von Realität-Islam

Eine Person, die sich mit dem sogenannten Islamismus radikalisiert haben soll und in militanten Kreisen agierte. Letztendlich sei es ihm gelungen mit Hilfe des Bundesnachrichtendienstes abzuspringen und als V-Mann zu agieren. Dieser Werdegang soll nun als Vorbild für die radikalisierte, muslimische Jugend dienen und im Rahmen der Präventionsarbeit zur Aufklärung herangezogen werden. Gerade die Aufklärung durch Aussteiger sei sehr wertvoll bei der Bekämpfung des Islamismus, da man sich davon verspricht einen besseren Bezug zu der Zielgruppe knüpfen zu können. Darauf aufbauend wird folgende Aussage von Susanne Schröter zitiert. Das Zitat steht zwar in keinem direkten Zusammenhang zu der vorangegangen Story, wird aber dennoch als abschließende These fixiert.

„Dass der Islamismus nichts mit dem Islam zu tun hat, ist natürlich Blödsinn. Es sind Auslesungen religiöser Quellen, die das rechtfertigen“

Die Zusammenstellung der ausgewählten Inhalte in dem Artikel führt zwangsweise zu der gewohnten Pauschalisierung  des Islam als potenzielle Gefahr. Wieder einmal wird mit einem Beispiel eines Militanten eingeführt, um am Ende in den unterschiedlichen Lesearten des Islam abzuschließen. Militante werden als Muslime dargestellt, die sich besonders an den islamischen Rechtsquellen orientieren. Betrachtet man die gesamte Darlegung mit einem kritischen Blick, stellt sich unweigerlich die Frage, ob es hierbei tatsächlich um die Lösung einer Sicherheitsproblematik geht? Insbesondere in der aktuellen Islamdebatte, liegt die Vermutung nahe, dass Zwänge bei Muslimen aufgebaut werden sollen, um sich von jeglicher Ähnlichkeit mit militanten Gruppen zu distanzieren.

Durch solche Ausführungen  entsteht ein Hebel, um auf die friedliche Mehrheit der Muslime einzuwirken. Es wird ein pauschales Bild des bösen Islamverständnisses gezeichnet, wonach man meint, dass jeder der sich an den Geboten und Verboten des Islam hält, ein Extremist sein könnte. Muslime die sich frommerweise an den Rechtsquellen des Islam orientieren und ihr Verhalten dementsprechend ausformen, werden an den Pranger gestellt. Selbst wenn es lediglich um die Ausübung der täglichen Pflichtgebete, das Tragen des Kopftuches oder das Fasten an Ramadan geht.

Der gute Islam stattdessen, ist der Islam, der als Glaube im Schatten der westlichen Werte, wie Freiheit und Säkularismus verstanden wird. Konkrete Verhaltensnormen sollen dem individuellen Belieben des Einzelnen weichen, die sich der aktuellen Gemütslage anpassen. Dieses Islamverständnis würde  ergo auch der misslungen Minderheitenpolitik entgegenwirken. Frei nach dem Motto: „weniger Vielfalt, weniger Probleme!“

Für uns Muslime ist es außerordentlich wichtig, zwischen den Zeilen lesen zu können und das verworrene Bild zu entzerren. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Festhalten an islamischen Werten und die Orientierung an islamischen Quellen als böser Islam in unser Meinungsbild indoktriniert werden. Denn dies würde zu dem verheerenden Resultat führen, dass wir endgültig vom Islam entkoppelt werden.

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